KfW - Effizienzhaus


Was verbirgt sich hinter diesen Bezeichnungen?

Endenergie Qe = Nutzenergie Qn + Anlagenverluste
Primärenergie Qp = Endenergie Qe × fp
HT' = Spezifischer Transmissionswärmeverlust (bewertet die gesamte Hülle eines Gebäudes)

Der Faktor fp beinhaltet zum einen die Verluste, die bei der Bereitstellung des Energieträgers entstehen (beispielsweise Förderung, Transport, Raffination, Trocknung oder Lagerung), zum anderen enthält er auch eine politisch oder ökologisch bestimmte Komponente, die den CO2-Ausstoß der einzelnen Energieträger bewertet. Damit sind die Energieträger teilweise nach dem Maß ihrer Nachhaltigkeit gewichtet. Beispielsweise hat Holz einen niedrigen Wert fp = 0,2; der Wert fp = 1,1 für Erdgas liegt nahe 1, und der Wert fp = 2,6 für Strom liegt vor allem aufgrund der hohen Energieverluste zur Herstellung des Stroms aus anderen Energieträgern sehr hoch. 

Es geht nichts aus diesen Definitionen über den Heizenergiekennwert hervor, also wieviel "Liter Heizöl" das Haus verbraucht, sprich die Endenergiemenge bzw. wieviel Sie für die Beheizung des Gebäudes monatlich bezahlen müssen. 

Zum Vergleich: Ein Passivhaus benötigt 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr an Endenergie, also die Energie, die Sie zahlen müssen! Wieviel verbraucht denn nun ein KfW Effizienzhaus in € pro Monat?

Es verbraucht leider immer viel Energie. Und die primärenergetische Betrachtung ist und bleibt eine undurchschaubare Betrachtung für den Bauherrn, denn der Bauherr zahlt leider keine Primärenergie! 

Sie tanken an der Tankstelle ja auch kein Erdöl, sondern eben Benzin oder Diesel. Und damit Erdöl zu Benzin wird, muss wiederum Energie aufgewendet werden, um also aus Primärenergie Endenergie zu machen. Um das zu berechnen, gibt es Primärenergieumrechnungsfaktoren.

Die auf dem Markt angebotenen KfW-Effizienzhäuser haben alle eines gemeinsam: Es ist immer eine Wärmepumpe oder ein Pelletofen vorhanden, weil es hier einen günstigen Primärenergieumrechnungsfaktor gibt (z. B. gilt für Holz = 0,2). Wenn dieselben Häuser mit z. B. einer Gastherme berechnet werden, steigen die Primärenergiewerte sehr stark an (3- bis 5-fache Werte) und es sind plötzlich keine KfW-Effizienzhäuser mehr. Wenn ein Gebäude über einen Endenergiewert von z. B. 100 kWh/m² im Jahr verfügt (Passivhaus = 15 kWh/m²a) und Sie mit Holz heizen, dann beträgt der Verbrauch an Primärenergie 20 kWh/m² im Jahr! Nur zahlen Sie leider keine Primärenergie, sondern eben Endenergie! An der Dämmung usw. wurde also nichts verändert, sondern nur am Energieerzeuger. 
Oder anders ausgedrückt: Bei der Verwendung einer Gastherme wird das Gebäude nur wieder zum KfW-Effizienzhaus, indem viel mehr Dämmung eingebaut wird. Und dann ist man quasi wieder beim Passivhaus angelangt.

Weiteres Beispiel Primär-/ Endenergie: Wenn Sie Zuhause 1 kWh Strom aus Ihrer Steckdose "verbrauchen", dann bezahlen Sie gemäß Ihres Stromzählers 1 kWh an Ihren Versorger. In Wirklichkeit zahlen Sie aber ca. 3 kWh in der Herstellung! Denn wenn 1 kWh Strom bei Ihnen ankommt, müssen ca. 3 kWh "hergestellt" werden. Es gehen also 2 kWh unterwegs durch Leitungs- und Umwandlungsverluste verloren!

Was für Häuser sind i.d.R. KfW - Effizienzhäuser?

Es sind Standardhäuser mit i.d.R. folgenden Komponenten:

  • 2-fach-Standard-Fenster
  • die U-Werte sind nur unwesentlich besser als der Gesetzgeber 
    es fordert (U-Wert = Wärmedämmwert)
  • Pelletsheizung oder meistens Wärmepumpe mit theoretisch guten Werten

Fazit: 

Der KfW-Effizienzhaus-Standard wird also nur durch Verwendung einer Holzheizung oder Wärmepumpe mit theoretisch guten Werten erreicht, der Verbrauch ist aber genauso groß wie bei einem Standardgebäude. Die Heizkosten sind weiterhin zu hoch und die Mehrinvestition für ein vermeindliches Energiesparhaus hat sich damit nicht gelohnt.

Was geschieht in diesen Fällen, wenn Sie sich als Bauherr später bei der Baufirma über diesen Punkt beschweren?

In der Regel gar nichts, denn der Gesetzgeber und die KfW verpflichtet den Erbauer eines KfW-Hauses nicht zum Nachweis dieser Werte, es werden lediglich die oben genannten Kriterien verlangt. 

Leider liegt hier ein klarer Interessenskonflikt vor. Die KfW bzw. die Bundesregierung soll / muss CO2 einsparen und das wird mit primärenergetischen Ansätzen bewertet. Der Bauherr will ein Energiesparhaus, weil er Geld sparen will / muss, was er aber nicht bekommt. Die Interessen gehen also weit aneinander vorbei!

Bestehen noch Unklarheiten zu diesem Thema? Sprechen Sie mit uns, wir beantworten Ihre Fragen gerne!